Auflagenqueen Kerstin Gier: Viel Herzblut und noch mehr Humor (14.4.2012)
Sie stammt aus Bergisch-Gladbach, hat blonde lange Haare und ist mega-erfolgreich. Nein, nicht Heidi Klum... die Rede ist diesmal von Bestseller-Autorin Kerstin Gier, 45. Schon ihr witziger Debüt-Liebesroman „Männer und andere Katastrophen“ 1996 stürmte die Bestseller-Listen und wurde gleich verfilmt, mit Heike Makatsch in der Hauptrolle. Seitdem reißt der Ruhm nicht ab, 16 Romane und ein Kurzgeschichtenband, mit einer Gesamtauflage von 3,5 Millionen Büchern. Nicht zu vergessen Kerstin Giers Romane unter den Pseudonymen Jule Brand und Sophie Bérard in jungen Jahren. Die diplomierte Erziehungswissenschaftlerin lebt mit Mann, Sohn und Katzen in einem Dorf im Bergischen Land und kann sich über Ideen-Mangel nicht beklagen. Zuletzt erschien ihr Buch „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“, das sich 16 Wochen unter den Top 10 der SPIEGEL-Bestsellerliste hielt. Schwänchen-Chefredakteurin und Gier-Fan Daniela Schwan unterhielt sich mit der sympathischen Autorin und wollte unter anderem das Geheimnis ihres Erfolges lüften...
Kerstin GierHallo liebe Frau Gier, woran arbeiten Sie gerade?
Kerstin Gier: "An einem gaaaaanz geheimen Projekt. Ich darf nur verraten, dass es wieder ein mehrbändiges Jugendbuch wird und sehr mystisch ..."
Welche Message wollen Sie Ihren Lesern vermitteln?
Kerstin Gier: "Ich denke, die ist in jedem Buch ein bisschen anders, aber im Großen und Ganzen wohl: Genießt das Leben - und nehmt es mit Humor, wo immer es geht."
Hier eine Auswahl ihrer Romane:
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Sie sind eine der wenigen Autorinnen, die es schafft, jedes Jahr ein neues Buch auf den Markt zu bringen und dabei auch das gewohnte Level zu halten. Ihr Erfolgsgeheinmis, please?
Kerstin Gier: "Ich lasse viel Herzblut in meine Bücher fließen und versuche, mir öfter mal was ganz anderes einfallen zu lassen. Dieses Jahr erscheint übrigens KEIN neues Buch von mir. Zum ersten
Mal."

Wie schade! Ich habe viele Ihrer Bücher mehrfach gelesen, Die Laufmasche hat mich gar im Krankenhaus kurz vor der Geburt meines Sohnes noch zum Lachen gebracht... Woher nehmen Sie Ihre Ideen? Alles selbsterlebt?
Kerstin Gier: "Natürlich fließt in jedes Buch auch immer ein bisschen von meinen eigenen Erfahrungen ein und von meinen Wünschen, Hoffnungen und Ängsten. Aber das meiste entspringt immer noch meiner Phantasie."
Herrlich zynisch auch Für jede Lösung ein Problem, Ihr Roman um die junge Gerri, die ihren Suizid plant und vorher noch jede Menge Briefe schreibt, um mit ihren Freunden und Kollegen abzurechnen. Als es mit dem Selbstmord dann doch nicht klappt, steht Gerri vor einem großem Problem: Wie kann sie weiterleben, wo nun jeder weiß, was sie wirklich von ihm hält ... Wie kamen Sie nur auf diese Thematik?
Kerstin Gier: "Wahrheit und Ehrlichkeit ist ein Thema, das mich immer sehr beschäftigt: Wie viel Ehrlichkeit verträgt eine Beziehung, eine Freundschaft? Wie viel Lüge ist im Umgang mit den Mitmenschen erlaubt, und kann man auch aus Liebe unehrlich sein? Das war unter anderem auch die Fragestellung in Für jede Lösung ein Problem als auch in meinem 2009 erschienenen Buch In Wahrheit wird viel mehr gelogen".
In Ihren Anfängen vor rund 17 Jahren war auf Ihren Büchern noch in großen Lettern FRAUEN vermerkt. Wie empfanden Sie das?
Kerstin Gier: "Ich finde es immer ein bisschen schade, wenn Bücher so auf eine Zielgruppe reduziert werden, aber glücklicherweise lassen sich ganz viele Männer nicht von den rosa Covern und den Blümchen abschrecken und lesen meine Romane trotzdem."

Wie kamen Sie überhaupt zum Schreiben?
Kerstin Gier: "Ich habe schon als Kind furchtbar gern Schulhefte mit Geschichten vollgeschrieben - und jetzt darf ich Glückspilz das sogar beruflich machen." Lacht: "Na ja, nicht mehr in Schulhefte, vielleicht."
Sie leben relativ zurückgezogen und sind kaum in den Medien...
Kerstin Gier: "Ja - ich lebe auf dem Dorf, ganz gemütlich mit Mann und Kind und Katzen und einem kleinen Garten, in dem wir unseren Salat selber anbauen. Das ist ja das Gute am Autorenleben: Von den Medien ist man - anders als Schauspieler zum Beispiel - glücklicherweise nicht besonders gefragt, und die Gelegenheiten, über einen roten Teppich zu gehen, sind auch eher selten..."
Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?
Kerstin Gier: "Ich schaffe es nicht mal, mir vorzustellen, wo ich in einem Jahr sein werde ... aber vermutlich immer noch genau hier." Lacht erneut.
Weiterhin ganz viel Erfolg! Wir freuen uns auf Ihr neues Buch :-)
Interview: Daniela Schwan
LINKS: www.kerstingier.com, www.luebbe.de
PICS: Bastei Lübbe, privat
TAGS: Erfolgsautorin, Frauenromane, Zeitgeist, Inspiration, meistgelesene deutsche Schriftstellerin, Quote, Lachgarantie
Unsere Bücher Top 7 (19.3.2012)
Bücher lesen ist nach wie vor sehr beliebt, wird aber immer schwieriger angesichts des Mega-Angebots an Belletristik und Sachbüchern. So hat sich Schwänchen' s gefragt: Was wird eigentlich im Moment gern gelesen? So haben wir uns beim größten inhabergeführten Publikumsverlag Deutschlands, Bastei Lübbe mit Sitz in Köln, umgehört. Da ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei...
Platz 1: Kerstin Gier - „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“
Woher weiß man, ob man mit seinem Partner ein Leben lang glücklich ist? Stimmt es wirklich, dass eine Beziehung viel Arbeit bedeutet? Und was ist, wenn einem jemand über den Weg läuft, der viel besser zu einem passen würde? Kati ist eigentlich mit Florian glücklich, aber nach fünf Jahren hat sich der Alltag in ihr Liebesleben geschlichen. Kerstin Gier schafft es seit nunmehr 19 Romanen, unsere Lachmuskeln immer wieder aufs Neue zu reizen!
Platz 2: Hellmuth Karasek - „Soll das ein Witz sein?“
Was macht Witze witzig? Seit seiner Jugend sammelt Hellmuth Karasek, Journalist und Schriftsteller, Witze jeglicher Couleur, u.a. Diktatorenwitze, jüdische Witze, Arztwitze, Irrenwitze, Männerwitze, Frauenwitze, Elefantenwitze. Viele davon gibt er in seinem Buch preis. Natürlich interessiert er sich dabei auch für den geistigen Hintergrund, für die Psychologie hinter jeder Pointe. Ein Buch, das in keinem Regal fehlen sollte. Und das passsende Geschenk für jede Gelegenheit!
Platz 3: Zoë Beck - „Edvard“
Edvard ist 15 und eines seiner größten Probleme ist sein viel zu großer Freiraum. Wie soll er bei so toleranten Eltern pubertäre Proteste äußern? Edvard bekommt nichts wirklich auf die Reihe, eine Katastrophe jagt die nächste. Das scheint sein Schicksal. Er schreibt alles in seinem privaten Blog nieder, aber der wird durch einen Fehler plötzlich öffentlich, so dass alle Edvards Missgeschicke verfolgen können... Die junge Autorin trifft voll den Nerv der Zeit!
Platz 4: Stefan Aust / Adrian Geiges - „Mit Konfuzius zur Weltmacht“
Dieses Buch geht dem Phänomen China, das den Ausgang des 21. Jahrhunderts bestimmen wird, auf den Grund. Für ihre spannende Reportage fuhren die Autoren in die größte Stadt der Erde und zum Drei-Schluchten-Damm, besuchten Konfuzius-Schulen in Peking und Hamburg, sprachen mit chinesischen Politikern, Superstars und Regimekritikern. Zugegeben: keine leichte Lektüre, hilft aber, Zusammenhänge des Weltgeschehens besser zu verstehen!
Platz 5: Fran Ray - „Das Syndikat“
Als die Journalistin Karen ihren alten Kollegen David in einem Brüsseler Restaurant trifft, ahnt sie nicht, dass dies ihr letztes Gespräch sein wird. Während Karen kurz nach draußen geht, um zu telefonieren, wird eine Bombe in das Restaurant geworfen. David ist auf der Stelle tot. Hat der Anschlag ihm gegolten? Als Karen anfängt zu recherechieren, wird schnell klar, dass er einer brandheißen Geschichte auf der Spur war…. Hochspannung mit Gänsehautgarantie!
Platz 6: Joachim Masannek - „Die wilden Kerle“
Bist du stark genug, deinen Traum zu leben? Dann geh nach Donnerschlag - der Ort, an dem sich dein Schicksal entscheidet. Ich heiße NERV. Mein Name ist Programm. Wenn ihr keine Weicheier seid, dann kommt mit mir ins Stadion der Stadien zum Freestyle Soccer Contest. Doch ich warne euch, Donnerschlag ist die Champions League der besten Straßenmannschaften. Ein Must für alle jungen Leser, die ja mit Sicherheit auch die Wilden-Kerle-Verfilmungen kennen!
Platz 7: Petra Nadolny - „Alles Neiße, Oder?“
Schauspielerin, Comedian, Sprecherin und Autorin Petra Nadolny erzählt charmant und selbstironisch ihre ganz persönlichen Geschichten aus dem und über den Osten. Ohne die klebrige Kati-Witt-DDR-Nostalgie entwirft sie ein differenziertes Bild vom Osten, das den Wessis zeigt, dass dort nicht nur alles schlecht war und die Ossis zu einem zustimmenden Kopfnicken animiert. "Völkerverständigung" mal gaaanz humorvoll!
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PICS: Bastei Lübbe
TAGS: Bastei Lübbe Verlag, Erfolgsautoren, Humor, Sachbuch, Thriller, Kinder- und Jugendbücher
(28.1.2012) Traumberuf Topmodel? Ex-Fotomodell und Künstlerin Inga Tränker hat ihre Erlebnisse zu Papier gebracht
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Fotos: Dimitri Davies
Traumberuf: Model. Mit Schönheit Geld verdienen? Nichts leichter als das, denken ganz viele Mädels - 13.374 von ihnen stöckelten zuletzt hoffnungsfroh zu Heidi Klums beliebter Castingshow
„Germany’s next Topmodel“. Jetzt hat La Klum selber Konkurrenz bekommen. Ihre Catwalk-Kolleginnen Eva Padberg und Karolina Kurková flimmern seit dem 31. Januar mit ihrer VOX-Show „Das perfekte Model“
über den Bildschirm. Mal wieder Anlass genug für Schwänchen’s, hinter die Kulissen zu blicken. Wir trafen uns mit Inga Tränker, die in Schwabing für die Kamera
entdeckt wurde, um die halbe Welt jettete und schon international Karriere machte, als Models noch Mannequins hießen. Über ihre Erfahrungen schrieb sie jetzt ein Buch, einen Roman mit fiktiven
Passagen, aber auch mit biografischen Elementen und vielen persönlichen Einflüssen. Titel: „DER SÜNDIGE MÖNCH“.
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Inga Tränker als Model in den Siebzigern und Achtzigern. Fotos: Gabriele Rehak-Döring, Roberto Ceccaci (6)
Wir trafen Inga Tränker im La Villa im Bamberger Haus zum Interview
Hallo Inga, Du warst selbst ein gefragtes Model. Was hältst Du von den ganzen Model-Casting-Shows im Fernsehen?
Inga Tränker: „Gar nichts. Diese Auswahl - du bist es, du bist es nicht - ist ziemlich hart und unfair für die Mädchen. Das auszuhalten, noch dazu in der Öffentlichkeit, ist eher peinlich. Die jungen schönen, aber auch naiven Mädchen tun mir echt leid, und ich schalte sofort auf einen anderen Sender um. Das kann ich mir nicht anschauen, wie die hübschen Mädchen behandelt werden. Da geht es doch nur noch ums Geschäft, auf Kosten der Psyche der jungen Mädchen. Ich finde es verantwortungslos."
Du hast von 1969 bis 1974 international als Topmodel gearbeitet. Für wen denn alles?
Inga Tränker: „Gunter Sachs war darunter, die Fotografen Jochen Harder, Harry Becker und Kai Marholz, aber auch Firmen wie Dior, Estée Lauder, Römerquelle, Frankenbrunnen, Zeis Ikon Brillen, Irma La Duce Wäsche, Kadus Haarspray, Sans Soucis Make-up, Margaret Astor, SportScheck, Triumph. Und nicht zuletzt Magazine wie die deutsche ‚Vogue’, ‚Playboy’, der Fotograf war Herbert Hesselmann, und ‚Penthouse’.“
Eine ganze Menge Auftraggeber – da hast Du sicherlich auch viel von der Welt gesehen?
Inga Tränker: „Ja, fast alle Länder. Für die Fotoshootings war ich in Städten wie London, Las Palmas, Rio de Janeiro, Colombo auf Sri Lanka, Stockholm, Teheran, Las Vegas, New York, Wien, Rom, Paris, Dehli, Zürich, Genf, St. Tropez und Palma. Wir haben auf Aufnahmen in der Karibik gemacht, auf den Malediven, Malta und Grönland.“
Das klingt nach einem echten Jet-Set-Leben. War es damals schwierig, an Aufträge heranzukommen?
Inga Tränker: „Nein, es war leicht, da ich einen guten Agenten hatte. Es war wie in einer großen Familie.“
Du warst in einer Agentur?
Inga Tränker: „Ja, sogar in mehreren. Zum Beispiel in ‚Gunther Models’, der angesagtesten Agentur Münchens. Als Gunther dann an Aids starb, ging ich zu ‚Gunther Models’ in Hamburg und Stuttgart. Ich war aber auch bei Foto Gen in der Schweiz, Fashion Models Mailand, The Models und beim Künstlerdienst in München und Düsseldorf.“
Wer waren die wichtigsten Entscheidungsträger?
Inga Tränker: „Das waren die Frauen in Redaktionen wie ‚Bravo’, ‚Freundin’, ‚Girls’ und ‚Brigitte’, Werbeagenturen oder die Booker von Katalogen.“

Welches waren denn die wichtigsten Kriterien, um überhaupt Erfolg in der Branche zu haben?
Inga Tränker: „Sehr gutes Aussehen natürlich, man sollte jung und dünn sein. Nase, Mund, Augen, Beine, Po und Haare sollten einfach perfekt sein. Natürlichkeit war gefragt oder auch ein exotischer Typ. Models sollten nicht nur fotogen sein und sich gut bewegen können, wer für TV-Spots arbeiten wollte, musste außerdem telegen sein und möglichst auch vor der Kamera gut sprechen können.“
Was war das die höchste Gage, die Du je erhalten hast?
Inga Tränker: „Das war eine sechsstellige Zahl für einen Werbespot, 1977 für das Mineralwasser ‚Frankenbrunnen’. Das war der absolute Knüller. Ich ritt elegant als erotische Witwe, ganz in Schwarz, tief dekolletiert mit Hütchen auf dem Kopf und Schleier vorm Gesicht auf einem schwarzen edlen Trakehner. Das war das geilste Gefühl, das ich je hatte. Ein unvergesslicher Morgenritt durch das nebelige feuchte Moor. Der Hammer.“
Weißt Du noch die durchschnittlichen Tagesgagen?
Inga Tränker: „Also, als Model in den 70-er Jahren bekam ich zum Beispiel 600 Mark für Modeaufnahmen, 800 Mark für einen Werbeauftrag und 1.200 Mark für eine Unterwäsche-Fotoproduktion."
Es gab sicherlich noch mehr unvergessliche Produktionen, welcher Model-Job ist Dir am meisten in Erinnerung geblieben?
Inga Tränker: „Das war noch ziemlich am Anfang. Ich kam im Studio in Las Vegas mit einem hellrosa Cadillac an, dazu Musik von Elvis Presley, ‚Love me tender’. Hey, war das supergeil. Ich knappe 21 Jahre alt, ganz cool, mit abgerissenen, hellblauen Jeans, ungeschminkt, mit Sonnenbrille. Ich hatte zwar überall schöne große dunkelblaue Flecken an Oberarmen und Schenkel – aber ich trug ganz lässig einen schweren beigefarbenen Seesack mit all meinen High Heels über der Schulter. Danach musste ich eine hohe Konventionalstrafe von tausenden Dollar an den Kunden für den Ausfall der Produktion zahlen.“
Und was war das für eine Produktion?
Inga Tränker: „Ich sollte für einen bekannten amerikanischen Schmuckdesigner einen etwas verruchten goldenen Weihnachtsengel präsentieren. Im knappen Minirock und oben ohne sollte ich im Spielsalon ‚El Rancho’ an einem Spieltisch sitzen, stehen oder liegen, je nachdem, was vorgesehen war. Aber mit meinen Blessuren durfte ich auf keinen Fall vor der Kamera posieren, denn die dunkelblauen, fast schon schwarzen Flecken wurden immer sichtbarer. Da half auch kein Retuschieren mehr. Und ich flog weinend nach Deutschland zurück.“
Was war denn Dein schönsten Erlebnis in Deiner Model-Ära?
Inga Tränker: „Ich liebte meinen wunderschönen, lockigen, schwulen Agenten Gunther abgöttisch. Schon wenn ich seine dunkle, angenehme Stimme hörte, glühten meine Wangen, und es verschlug mir die Stimme. Ich zitterte richtig, wenn ich in seiner Nähe war.“
Foto: Dimitri Davies... und woran denkst Du gar nicht gern zurück?
Inga Tränker: „Da ich immer makellose Beine hatte, wurde ich über eine Agentur mal für eine bekannte Strumpfmarke in die Schweiz nach Genf gebucht. Gut gelaunt fuhr ich mit dem Taxi zur angegebenen Adresse und wunderte mich schon die ganze Zeit, dass dort überall große Villen standen. Also hier soll das Fotostudio Guido sein? Ich hatte zwar ein komisches Gefühl, klingelte trotzdem zaghaft an der Pforte einer alten weißen Villa mit einem traumhaften Blumengarten. Und die Nummer 1 stimmte, wie angegeben. Ein total hübsches, junges, arabisches Mädchen mit knappen rotem, durchsichtigen Kleidchen öffnete. ‚Hi’, sagte sie, und ehe ich mich versah, war ich in einem wunderbaren, großen goldenen Käfig, wie aus Tausend und einer Nacht. Arabische Musik klang laut in meinen Ohren, überall alte Araber mit weiß bestickten Turbanen, dunkle, geheimnisvolle Gesichter, ihre weißen Zähne blitzten, und viele junge hübsche Mädchen mit den schönsten Bodies. Ein wildes Bild. Partytime, und was für eine. Alle lagen übereinander, turtelten, knutschten, vögelten oder rauchten nackt wie in Trance an großen Wasserpfeifen. Es ging heiß zur Sache.“
Oha. Und wie hast Du reagiert?
Inga Tränker: „Ich bekam gleich eine Menge Koks auf einem goldenen Tablett von einem dieser sexy Mädchen serviert und nahm zitternd einen kräftigen Zug durch die Nase. Huch, ist das geil, schoss es mir noch durch den Kopf. Im selben Moment wurde mir total schlecht, unheimlich zumute. Angst stieg in mir hoch, wie komme ich hier bloß wieder heraus? Ich schrie wohl um Hilfe, auf einmal drehte sich alles, und ich fiel in Ohnmacht. Im Krankenhaus wachte ich dann wieder auf, und mein Kopf hämmerte erbarmungslos. Noch mal Glück gehabt... Irgendjemand hatte bei den vielen Telefonaten zwischen meiner Agentur und dem Fotostudio wohl die Adresse verwechselt und mich dann aus Versehen zu dieser Orgienparty geschickt.“
Hast Du auch Zickenkrieg unter den Models erlebt?
Inga Tränker: „Fürchterlich. Jede hat was auszusetzen an der anderen, an ihren Beinen, wenn sie zu kurz waren, oder am Busen. Wenn er zu sehr stand, hieß es gleich, ‚ist der operiert?’ Oder ob der Schmollmund vielleicht aufgespritzt ist. Immer den anderen ins Gesicht lächeln, aber hinter dem Rücken reden, bis zur übelsten Nachrede. Immer war auch Eifersucht im Spiel, eine andere könnte ja mehr Jobs haben und mehr Geld verdienen. Es gab leider keine Freundinnen, nur Neid und Missgunst.“
Was hast Du alles getan, um in Form zu bleiben?
Inga Tränker: „Wenig gegessen, kein Alkohol, keine Zigaretten, früh ins Bett gegangen. Aber ich hatte viel Glück, meine Figur war auch ohne Sport und und ohne teure Cremes immer gut.“
Und warum hast Du schon so früh mit dem Modeln aufgehört?
Inga Tränker: „Ich von allem so richtig die Nase voll. Immer funktionieren, immer schön sein und lächeln, lächeln. Dünn sein, pünktlich sein, einfach immer perfekt. Das war der helle Wahnsinn und sehr anstrengend. Ich hatte einfach keine Kraft mehr. Ich hatte zwar noch sehr viele Aufträge für Kataloge, aber ich bin einfach von heute auf morgen ausgestiegen. Die Agentur verstand es überhaupt nicht, aber selbst die konnte ich nicht mehr aushalten. Immer dieser ständige Zwang, dieses ewige ‚Du Musst’. Ein bisschen hatte ich auch den Hintergedanken, vielleicht mal in einem Film mitzuspielen, denn ich hatte in den Siebzigern eine Liebesaffäre mit dem Regisseur Klaus Lemke, und der war gerade schwer angesagt.“
War es damals leichter oder eher schwieriger für Models, Karriere zu machen?
Inga Tränker: „Ich denke, es war leichter, denn es gab ja viel weniger Models. Viele Mädchen hatten vielleicht den Traum, aber zu der Zeit, in den Siebzigern, hatte ich wenig Konkurrenz. Ich hatte einen absolut perfekten Body und mich auf Unterwäsche spezialisiert und viel für meinen großen Kunden Triumph gearbeitet. Erst Ende der 70-er Jahr kamen die amerikanischen Mädchen in Scharen und überfluteten Deutschland. Sie nahmen den deutschen Model viele Jobs weg, und die Agenturen verdienten natürlich weitaus mehr Geld, weil sie neue Gesichter hatten.“
Was rätst Du jungen Mädchen, die Model werden wollen?
Inga Tränker: „Einen Beruf gelernt zu haben oder ein abgeschlossenes Studium, damit sie nicht enttäuscht werden können, wenn sie auf einmal nicht mehr gefragt sind, weil eine andere vielleicht einen größeren Busen hat. Heute bist du der Star und morgen schon nicht mehr. Das hebt nicht gerade das Selbstwertgefühl. Realistisch bleiben, dann kann man mit seinem schönen Aussehen schon Geld verdienen. Und wenn man anfangs beruflich noch nicht so eingespannt ist, kann man doch nebenbei als Model jobben. Und vor allen Dingen nicht so ernst nehmen, denn es ist doch ziemlich hohl und nur eine schillernde, künstliche Welt und außerdem sehr gefährlich, mit Alkohol oder Drogen in Berührung zu kommen. Das macht später sehr einsam und kaputt. Vorsicht, also.“

Jetzt hast Du Deine Erlebnisse in Deinem Buch festgehalten...
Inga Tränker: „Ja! Mein hocherotischer, spannender, spiritueller Roman handelt von dem jungen Topmodel Romy de la Mare. Sie ist sehr unglücklich, ihre Seele schrie, das Herz tat weh vor Trauer. Aus der Einsamkeit und Verlorenheit begibt sie sich auf die Suche nach innerer Erfüllung. Sie geht in ein Kloster und lernt dort einen farbigen, buddhistischen Sri Lanka-Mönch kennen, verliebt sich in ihn und wird seine Geliebte. Doch dann kommt alles ganz anders, aber mehr verrate ich jetzt nicht... Das sollen die Leser lieber selber erfahren, wenn sie mein Buch kaufen.“
Hast Du beim Schreiben manchmal mit Wehmut zurückgeblickt?
Inga Tränker: „Ja und nein. Manchmal habe ich dabei geweint, manchmal gelacht. Und dann fand ich es auf einmal besonders schön, jetzt hier zu sein, so stark den Moment zu spüren, die Wertschätzung für meine eigene Werke und dass ich eigentlich eine große Schatzkiste besitze. Übers spannende Leben schreiben zu können und anderen Menschen damit etwas Kostbares zu geben, das gibt mir ein warmes, glückliches Gefühl.“
Auch als Künstlerin hast Du Dir inzwischen weltweit einen Namen gemacht. Viele Deiner Lieblingssujets auf Deinen Bildern sind Models.
Inga Tränker: „Ja, ich liebe sie sehr auf meine Art und Weise. Jedes in den verschiedensten großen Formen, ausgefallenen Formaten, in starken Farben, wie Rot, Gelb, Gold, Grün zu malen, und jetzt auch in Pink und Lila die schöne rothaarige Romy zu malen, herrlich.“
Interview: Daniela Schwan
„DER SÜNDIGE MÖNCH“, Wagner Verlag, 14.90 Euro
Bestell-Info: ISBN 978-3-86279-272-6,
Tel. 06051/883810, 63571 Gelnhausen, Langgasse 2
TAGS: Model, Mannequin, Fotomodell, Mönch, Model Casting Shows, Modelgage, Modelagentur
(12.12.2012) Sara Schätzl erzählt 33 Geschichten von einer, die auszog, um berühmt zu werden
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Sara Schätzl, Fotos: Moritz Thau
»Es gibt zu viele schöne Mädchen, als dass man mit Schönheit allein mehr werden könnte als die Dorfkönigin. Das Ziel sollte sein, einen schönen Geist und ein helles Köpfchen mit gutem Aussehen zu ergänzen. Dummheit und Charakterschwäche lassen sich mit einer hübschen Schale nicht aufwiegen.«
Sara Schätzl, 24

"Glamourgirl" - die wahre und schonungslose Lebensgeschichte von Sara Schätzl, die mit 16 nach München zieht, um berühmt zu werden. »Ohne Geld versucht sie, in der Welt der Reichen und Schönen Fuß zu fassen. Die Autorin beschreibt, wie sie mit viel Mut, Fantasie und Einfallsreichtum ihrem großen Traum peu à peu näher rückt. Und dabei jede Menge Peinlichkeiten und Intrigen in Kauf nimmt. Doch Sara gibt nicht auf ....
"Glamourgirl"
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin, Hardcover mit Fotos, € 14,95
Interview mit "Glamourgirl" Sara Schätzl
Autorin Sara Schätzl, Foto: Moritz ThauHallo Sara, wir gratulieren zum Buch und mögen Deine feine Schreibe...
Sara Schätzl: „Danke dafür erstmal...“
Du beschreibst, wie Du mit 16 von zuhause ausgezogen bist, um prominent zu werden. Warum war Dir das so immens wichtig?
Sara Schätzl: „Wir alle wollen wahrgenommen werden und geliebt und bewundert werden. Der Begriff ‚berühmt’ verspricht dies. Ich wusste aber tief in meinem Herzen, dass ich mein Leben mit Entertainment verbringen will.“
Was ist denn ein Glamourgirl überhaupt? Wie definierst Du den Begriff?
Sara Schätzl: „Nun, ‚Glamourgirl’ ist ein abstrakter Begriff. Und das ist gut so, denn es gibt jedem Mädchen die Chance, dieses Wort mit genau dem zu füllen, was sie anstrebt. In meinem Fall ist Glamour, dass ich voll und ganz zu mir, meinen Träumen und meinem etwas extravaganten Lebensstil stehe. Glamour heißt auch Rückgrat und Stolz.“
Mit getürkten Liebesfotos mit Dir und Schauspieler Bernd Herzsprung wurdest Du 2007 über Nacht "berühmt". Im Buch erzählst Du frank und frei, wie der Fake zustande kam. Gab es im Nachhinein Ärger mit den Beteiligten?
Sara Schätzl: „Nein, es gab keinen Ärger. Zumindest mit Bernd nicht. Bernd ist ein wirklich netter und aufrichtiger Kerl und steht, genauso wie ich, zu unserem kleinen Fauxpas damals. Zu dem Fotografen pflege ich den Kontakt zu vermeiden.“
Auf dem roten Teppich dabei zu sein und fotografiert zu werden, bedeutete Dir alles. Welche Anstrengungen hast Du dafür unternommen?
Sara Schätzl: „Dazu gibt es eine hübsche Anekdote mit einem schwarz-weißen Kleid, eine meiner Lieblingsgeschichten im Buch. Es wird schwer, sie auf ein paar Zeilen zu reduzieren, aber es ist die Story, wie man in einem Kleidchen, das nicht mal 50 Euro kostete, der Star des Abends sein kann. Man muss nur etwas Kreativität und Stil beweisen.“
Foto: Moritz ThauWas war denn Deine allerschlimmste Erfahrung in dieser Zeit?
Sara Schätzl: „Das war wohl die Tatsache, dass mein Ex-Freund, den ich zur damaligen Zeit noch sehr liebte, mich für ein paar Euro an die Presse verkaufte und Interviews gab, in denen er erfundene Horrorgeschichten über mich erzählte. Das hat mir das Herz gebrochen.“
... Und Deine schönste Erfahrung?
Sara Schätzl: „Der schönste Tag war wohl, als meine Homepage, und somit mein Blog, das erste Mal mehr als 2000 Besucher an einem Tag hatte. Da wusste ich, dass die Leute meine Texte lesen wollen.“
Wie hast Du Dich dabei gefühlt?
Sara Schätzl: „Ich war sehr gerührt und hatte das Gefühl, endlich in diesem Geschäft meinen Platz gefunden zu haben. Jeder sagte mir zuvor, keiner würde Texte einer Skandalnudel lesen wollen oder ernstnehmen. Ich habe ihnen an diesem Tag im Alleingang bewiesen, dass sie falsch liegen. Das hat mir so viel Mut gemacht.“
Wirst Du heute manchmal noch mit der Vergangenheit konfrontiert? Wie gehst Du damit um?
Sara Schätzl: „Ich werde ständig mit den alten Kamellen und Klischees konfrontiert. In fast jedem Interview. Aber ich kann das mit einem Lächeln ertragen, weil es schließlich das Image ist, das ich den Leuten absichtlich zwei Jahre lang verkauft habe. Also darf ich mich jetzt nicht beschweren.“
Wie gingen oder gehen Deine Freunde mit all dem um?
Sara Schätzl: „Meine Freunde haben alle Ups und Downs miterlebt und waren immer an meiner Seite. Sie haben mich kritisiert, wenn es nötig war, und mit mir gefeiert, als ich als Autorin die ersten Erfolge feierte. Ich bin sehr dankbar für meine Freunde.“
Was bedeutet Freundschaft für Dich?
Sara Schätzl: „Freunde sind, wenn man sie gut ausgewählt hat, das Netz, das dich auffängt.“
Ein Journalist brachte Dich dann auf die Idee, zu schreiben, heute arbeitest Du als Kolumnistin für diverse Zeitungen und Zeitschriften. Hast Du über Umwege Deine wahre Berufung gefunden?
Sara Schätzl: „Ja, ich glaube, kein wirklich spannender Weg verläuft gerade. Meiner war mehr als kurvig, und ich besuchte viele Sackgassen. Aber jetzt bin ich vorerst sehr glücklich und angekommen.“
Wie lautet Deine Botschaft an die Leser?
Sara Schätzl: „Jeder kann an jedem Tag seines Lebens damit anfangen, genau das zu sein, was er sein möchte. Man muss nur daran festhalten, und irgendwann wird es wahr.“
Und was rätst Du jungen Mädels, die in Deine Fußstapfen treten wollen, um Model oder Schauspielerin oder Societygirl zu werden?
Sara Schätzl: „Man muss sehr fleißig, extrem clever und unverwüstlich vom Erfolg seines Vorhabens überzeugt sein. Lass dir von keinem erzählen, dass du irgendwas nicht könntest.“
Aus Deiner Sicht heute: Wie sind die Reichen und Schönen wirklich?
Sara Schätzl: „Viel weniger reich, als man denkt. Und zumindest innerlich viel weniger schön als die ‚weniger schönen’ Normalos.“
Wie lebst Du inzwischen?
Sara Schätzl: „Ich lebe heute in der Münchner Stadtmitte in einer Loftwohnung. Mit mir leben dort meine zwei Hunde. Die Society ist Teil meines Nachtlebens, aber ich sehe es eben nur noch als ‚Abendunterhaltung’. Eitel bin ich auch heute noch. Ich will mir eben selbst gefallen können. Aber ich weiß auch, dass von 2,3 Kilo zuviel die Welt nicht untergeht.“
Was sind Deine Pläne für die Zukunft?
Sara Schätzl: „Ich habe bereits angefangen, mein zweites Buch zu schreiben und wünsche mir, dass es noch besser wird als dieses jetzt und ganz viele Leser erreicht und berührt.“
Interview: Daniela Schwan
TAGS: Glamourgirl, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Society, roter Teppich, Promis, berühmt
(23.10.2011) Autorin und Liebesberaterin Michaela Röder verrät die neuen Frauenwaffen
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Adam und Eva hatten es noch leicht bei der Partnerwahl. Und weil es seitdem komplizierter geworden ist, brauchen wir Bücher wie das gerade frisch erschienene: das ultimative Handbuch mit Tipps und Tricks, wie aus (fast) jedem Frosch ein Traummann wird. "Frauenwaffen von A bis Z", so der Titel von Michaela Röders viertem Buch (Kindle edition by amazon).
Das klingt vielversprechend! Wir fragen nach...
Hallo Michaela, Du schreibst, dass man sich den Partner zum Traummann zurecht biegen kann ...
Michaela Röder: "Zurecht biegen klingt so böse;-) Es ist alles eine Frage der Aktion und Reaktion. Wichtig ist, das ER die Aktion vorgibt, und wir reagieren nur. Das ist schon der ganze Trick. Oftmals ist die beste Reaktion, erst mal keine zu zeigen, um sich die richtige Reaktion zu überlegen. Zetern wir auf ihn ein, wird er unsere Meinung kategorisch ablehnen, wie ein kleiner Junge, der erst recht nicht macht, was seine Mutter ihm sagt. Im Buch sind sogar einzelne Situationen aufgeführt und die passende Reaktion erklärt."
Also eher Kalkül statt Hexenzauber?
Michaela Röder: "Mit Zauberei hat es nun wirklich nichts zu tun, obwohl einige Leserinnen behaupten, alles ginge auf einmal so leicht, wie von Zauberhand:-) Die Wahrheit ist, es ist reine
Verhaltenspsychologie, gepaart mit einer Menge Frauenpower, die uns Frauen unwiderstehlich macht..."
Und dann kommen die Frauenwaffen zum Einsatz. Welche sind das?
Michaela Röder: "Die allerwichtigste ist: Frau sein. Den Mann auch mal machen lassen, und vor allem: ihn werben lassen - auch wenn das manchmal mehr Zeit braucht als wir Frauen dafür veranschlagt hätten. Und: Sei keine Furie. Wenn eine Frau an einem Mann rumzetert, wird sie zu seiner Mutti, dann ist der Leidenschaftsofen aus ..."
That´s all?
Michaela Röder: "Natürlich ist ein Lippenstift nicht schlecht oder nette Highheels. Dessous können auch nicht schaden, aber wichtig ist all das nicht. Jede Frau kann aus fast jeder Ausgangssituation (wieder) zur seiner Traumfrau werden. Oh, obwohl, ein Hilfmittel wäre nicht schlecht: Geduld und Ausdauer!!! Die Frauenwaffen brauchen nämlich zuweilen etwas Zeit, um anzukomme,n und frau muss dranbleiben."
Wie kamst Du auf die ungewöhnliche Buchidee?
Michaela Röder: "Ich berate seit zwölf Jahren Menschen, vorwiegend Frauen, in Lebens- und Beziehungsfragen und habe in dieser Zeit natürlich Erfahrungswerte gesammelt, wie man welches Problem bewältigen kann. In meinen Ausbildungen, unter anderem in der Verhaltenpsychologie, habe ich zudem viel über das Wechselverhalten von Frau und Mann gelernt, gepaart mit der Beobachtung und Beratung, ergab es schließlich ein schlüssiges Bild. Den ausschlaggebenden Punkt, dies nun auch alles aufzuschreiben, gab allerdings die Trennung meiner Schwester. Ich dachte mir, so könne sie immer alles nachlesen. Ihr Frosch ist allerdings heute Geschichte."
Hand aufs Herz: beherzigst Du Deine eigenen Tipps?
Michaela Röder: "Ich halte mich natürlich immer an alle Frauenwaffen und deshalb läuft alles toll. Das wäre schön. Natürlich gibt es auch Momente, wo ich denke: 'Huch, das war nun aber nicht grade
nach den Frauenwaffen.' Das macht aber nichts, denn bei mir sind die Frauenwaffen schon zur Lebenseinstellung geworden, und somit merke ich spätestens, wenn mein Mann mir nicht mehr genug
Aufmerksamkeit schenkt oder 'frech' wird, dass ich mal wieder mehr drauf achten muss. Als das Buch geliefert wurde, hat mein Mann es sich geschnappt und bei jedem Kapitel gerufen: 'Achso!' Ich
wusste allerdings, er kann es ruhig wissen, denn er kann nicht dagegen arbeiten. Die Psyche ist erstmal stärker als der Kopf. Mein Mann lässt sich, ich glaube nach dem Buch, noch ein bisschen lieber
um den Finger wickeln als vorher. Dank der Frauenwaffen sind wir uns nach elf Jahren Beziehung immer noch nicht langweilig geworden und manchmal wirklich frisch verliebt ..."
Ist es heute schwieriger als vor zehn Jahren, den Traumpartner zu treffen?
Michaela Röder: "Ja, weil sich in unseren Köpfen viel verändert hat. Wir streben alle viel mehr nach Perfektion, wollen das perfekte Gesamtpaket. Und während wir noch auf den absolut Richtigen
warten, bei dem vor lauter Liebe alles super von alleine funktioniert, laufen viele tolle Männer an uns vorbei, die uns vielleicht nicht auf den ersten Blick, aber auf den zweiten viel zu bieten
hätten. Fakt ist: Ein Traumpartner ist nicht einfach ein Traumpartner. Er wird sich, wenn er gute Anlagen hat und zur Frau passt, zu einem entwickeln. Partner müssen lernen sich anzupassen, ihre
Ecken und Kanten zu schleifen. Außerdem ist auch auf dem 'Partnermarkt' das Wegwerfprinzip angekommen. Funktioniert es nicht mehr ohne Arbeit und ist es ein wenig langweiliger geworden, dann muss es
weg und etwas Neues, Besseres, Tolleres her. Daher ist der Markt überfüllt von Menschen mit einer kränklichen Beziehungserwartung, was die Sache mit dem Traumpartner nicht einfacher macht. Die
Frauenwaffen könnten helfen, dies ein bisschen zu ändern."
Frauenwaffen von A bis Z. Wie man Frösche in Traumprinzen verwandelt" ISBN 978-3-8434-7220-2, 240 Seiten. 19,90 €
Infos: www.michaela-roeder.de
Autorinnen-Fotos: Manuela Doerr

Michaela Röder, geboren in Neuss, lebt in Kaarst bei Düsseldorf. Sie arbeitet seit 1999 mit großer Freude als Lebensberaterin und Mental- und Motivationstrainerin. Seit 2007 ist sie auch als Autorin erfolgreich und veröffentlichte u. a.: "Das Pink-Thinker Buch". Sie ist Widder mit Waage Aszendent und Pink-Thinker, ein echter Wirbelwind, eine, die niemals aufgibt, immer ein Ohr für ihre Kunden hat, die sie liebevoll die lieben Liebenden nennt - und eine echte "Superwoman", die selten schlecht gelaunt ist.







